Vorstellungsgespräch für die Ausbildung: gut vorbereitet hingehen
Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch heißt: Deine Bewerbung hat überzeugt. Jetzt will der Betrieb dich kennenlernen. Mit etwas Vorbereitung musst du davor keine Angst haben.
So läuft das Gespräch meist ab
Ein Vorstellungsgespräch für eine Ausbildung dauert oft 30 bis 60 Minuten. Meist sitzen dir ein oder zwei Personen gegenüber, zum Beispiel die Ausbilderin und jemand aus der Personalabteilung.
- Begrüßung und ein kurzes Gespräch zum Einstieg, zum Beispiel über deine Anreise
- Der Betrieb stellt sich vor.
- Du stellst dich vor und beantwortest Fragen.
- Du stellst deine Fragen an den Betrieb.
- Abschluss: Der Betrieb sagt dir, wie es weitergeht.
Manche Betriebe machen zusätzlich einen kleinen Test oder laden dich zu einem Probetag ein.
Gut vorbereitet
- Lies deine Bewerbung noch einmal. Der Betrieb fragt oft nach dem, was darin steht.
- Informier dich über den Betrieb: Was stellt er her oder verkauft er? Wie viele Menschen arbeiten dort?
- Übe deine Vorstellung laut, am besten mit jemandem, der dir ehrlich Rückmeldung gibt.
- Plan den Weg und sei zehn Minuten vor dem Termin da.
- Zieh dich ordentlich an, so wie die Leute im Betrieb, nur etwas schicker.
Typische Fragen und gute Antworten
Im Gespräch wirst du meist mit „Sie“ angesprochen. Diese Fragen kommen sehr oft:
„Erzählen Sie uns etwas über sich.“
Das ist fast immer die erste Frage. Sprich etwa eine Minute: wer du bist, was du gerade machst und warum dich der Beruf interessiert. Erzähl nicht deine ganze Lebensgeschichte.
„Warum möchten Sie diesen Beruf lernen?“
Nenn einen echten Grund, am besten mit einem Erlebnis: ein Praktikum, ein Hobby, jemand in deiner Familie. „Weil ich nichts anderes gefunden habe“ ist vielleicht ehrlich, aber keine gute Antwort.
„Warum haben Sie sich bei uns beworben?“
Hier zeigst du, dass du dich über den Betrieb informiert hast. Nenn etwas Konkretes: die Produkte, die Größe des Betriebs oder wie er ausbildet.
„Was sind Ihre Stärken?“
Nenn zwei Stärken, die zum Beruf passen, und zu jeder ein Beispiel: „Ich bin geduldig. Im Freiwilligendienst habe ich oft mit Bewohnern gearbeitet, die viel Zeit brauchen.“
„Was sind Ihre Schwächen?“
Nenn eine echte, aber nicht schlimme Schwäche und sag, was du dagegen tust: „Ich spreche noch nicht so schnell Deutsch, wie ich möchte. Deshalb mache ich gerade einen B2-Kurs.“
„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“
Zeig, dass du die Ausbildung abschließen und danach im Beruf weiterarbeiten willst, gern auch in diesem Betrieb.
„Haben Sie noch Fragen an uns?“
Sag nie einfach „Nein“. Bereite zwei oder drei Fragen vor.
Fragen, die du stellen kannst
- Wie sieht ein normaler Tag für Auszubildende bei Ihnen aus?
- Wer ist während der Ausbildung meine Ansprechperson?
- An welchen Tagen bin ich in der Berufsschule?
- Wie viele Auszubildende gibt es im Betrieb?
- Übernehmen Sie Auszubildende nach der Ausbildung?
Fragen, die nicht erlaubt sind
Manche Fragen sind im Vorstellungsgespräch in der Regel nicht erlaubt, zum Beispiel ob du schwanger bist, welche Religion du hast oder ob du heiraten willst. Du musst darauf nicht antworten. Bleib höflich und sag, dass du dazu nichts sagen möchtest.
Gespräch per Video
Wenn du dich aus dem Ausland bewirbst, findet das Gespräch oft per Video statt.
- Teste Kamera, Mikrofon und Internet am Tag vorher.
- Such dir einen ruhigen, hellen Ort mit ruhigem Hintergrund.
- Schau beim Sprechen in die Kamera, nicht auf dein eigenes Bild.
- Leg deine Bewerbung und deine Fragen neben den Bildschirm.
- Halte eine Telefonnummer bereit, falls die Verbindung abbricht.
Wenn du etwas nicht verstehst, frag nach. Das ist völlig normal, besonders wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist: „Entschuldigung, können Sie die Frage bitte wiederholen?“
Nach dem Gespräch
Bedank dich am Ende für das Gespräch und frag, bis wann du eine Antwort bekommst. Hast du bis dahin nichts gehört, darfst du freundlich per E-Mail oder Telefon nachfragen.
Bekommst du eine Absage, frag ruhig nach dem Grund. Nicht jeder Betrieb antwortet darauf, aber manche geben dir Tipps für die nächste Bewerbung.