Thema: Bewerbung schreiben

Anschreiben für die Ausbildung: so schreibst du es

Das Anschreiben ist der Teil deiner Bewerbung, den ein Betrieb zuerst liest. Es soll in einer Minute zeigen: Wer bist du, warum willst du genau diese Ausbildung, und warum bei genau diesem Betrieb? Hier erfährst du, wie du es aufbaust und was in jeden Teil gehört.

Was ein gutes Anschreiben ausmacht

Ein gutes Anschreiben ist kurz, ehrlich und persönlich. Es passt auf eine Seite und ist für jeden Betrieb neu geschrieben. Es wiederholt nicht deinen Lebenslauf, sondern erklärt, was hinter den Angaben steht: Was hast du im Praktikum gelernt? Warum interessiert dich der Beruf?

Ausbilderinnen und Ausbilder lesen oft viele Bewerbungen hintereinander. Sie suchen keine perfekten Sätze, sondern Hinweise darauf, dass du motiviert und zuverlässig bist und zum Betrieb passt.

Der Aufbau nach DIN 5008

In Deutschland sind Briefe nach der Norm DIN 5008 aufgebaut. So sieht dein Anschreiben von oben nach unten aus:

  1. Absender: dein Name, deine Anschrift, Telefon und E-Mail
  2. Empfänger: Name der Firma, Ansprechperson, Anschrift
  3. Ort und Datum, rechtsbündig, zum Beispiel „Köln, 03.11.2026“
  4. Betreff, fett und ohne das Wort „Betreff“, zum Beispiel „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Koch“
  5. Anrede, am besten mit Namen: „Sehr geehrte Frau Schröder,“
  6. Text in drei oder vier Absätzen: Einleitung, Hauptteil, Schluss
  7. Grußformel: „Mit freundlichen Grüßen“, ohne Komma danach
  8. Unterschrift und dein Name

Nach dem Komma in der Anrede geht es in der nächsten Zeile klein weiter, außer das erste Wort ist ein Nomen oder „Sie“.

Die Anrede: wen schreibst du an?

Steht in der Anzeige eine Ansprechperson, schreib sie mit Namen an. Das zeigt, dass du die Anzeige genau gelesen hast. Steht kein Name da, kannst du beim Betrieb anrufen und fragen, wer für die Ausbildung zuständig ist. Das ist ganz normal und macht einen guten Eindruck.

Findest du keinen Namen, schreibst du „Sehr geehrte Damen und Herren,“.

Der erste Satz

Viele Anschreiben beginnen mit „Hiermit bewerbe ich mich um …“. Das ist nicht falsch, aber Betriebe lesen es jeden Tag. Besser ist ein Einstieg, der sofort etwas über dich sagt:

  • „Seit September mache ich einen Freiwilligendienst im Seniorenzentrum. Dort habe ich gemerkt, dass ich in der Pflege arbeiten möchte.“
  • „Vielen Dank noch einmal für mein Praktikum in Ihrem Betrieb im Februar.“
  • „Seit ich in Kassel lebe, repariere ich in meiner Freizeit Fahrräder und Mopeds.“

Danach sagst du klar, worum es geht: welcher Beruf und ab wann.

Der Hauptteil: warum du, warum dieser Beruf, warum dieser Betrieb

Im Hauptteil beantwortest du drei Fragen.

Warum dieser Beruf? Erzähl, wie du darauf gekommen bist. Am stärksten ist ein echtes Erlebnis, zum Beispiel aus einem Praktikum, einem Nebenjob oder aus deiner Familie.

Warum du? Nenn zwei oder drei Stärken und belege sie mit Beispielen. „Ich bin teamfähig“ glaubt dir ohne Beispiel niemand. „Im Fußballverein trainiere ich seit drei Jahren die jüngeren Kinder mit“ zeigt es.

Warum dieser Betrieb? Schau dir die Website des Betriebs an. Was macht er anders als andere? Ein ehrlicher Satz dazu reicht, zum Beispiel: „Mir gefällt, dass Ihre Auszubildenden alle Abteilungen kennenlernen.“

Schreib auch deinen Schulabschluss hinein, oder wann du ihn machst. Wenn du dich aus dem Ausland bewirbst, gehört dein Deutsch-Niveau dazu.

Der Schluss

Der Schluss ist kurz. Du schreibst, dass du dich über eine Einladung zum Gespräch freust. Im Handwerk und in der Gastronomie kannst du einen Probetag anbieten. Das kommt oft gut an, weil der Betrieb dich dann bei der Arbeit sieht.

Wenn du dich aus dem Ausland bewirbst

Für viele Betriebe ist eine Bewerbung aus dem Ausland neu. Mach es ihnen leicht:

  • Nenn dein Deutsch-Niveau mit Zertifikat, zum Beispiel „Goethe-Zertifikat B2“.
  • Schreib deinen Schulabschluss unter seinem echten Namen. Wenn er in Deutschland anerkannt ist, schreib dazu, welchem deutschen Abschluss er entspricht.
  • Sag, ob du schon in Deutschland bist oder ein Visum beantragen musst.
  • Biete ein Gespräch per Video an.

Im Generator kannst du deine Angaben auch auf Englisch eingeben. Das Anschreiben ist trotzdem auf Deutsch. Lies es danach genau durch: Im Gespräch musst du alles erklären können, was darin steht.

Typische Fehler

  • Dasselbe Anschreiben für alle Betriebe. Wer den Namen der Firma vergisst oder falsch schreibt, ist oft sofort raus.
  • Den Lebenslauf nacherzählen. Das Anschreiben erklärt, warum du passt. Die Daten stehen im Lebenslauf.
  • Leere Wörter. „Motiviert, teamfähig, belastbar“ sagt ohne Beispiel nichts.
  • Zu lang. Mehr als eine Seite liest kaum jemand.
  • Rechtschreibfehler. Lass jemanden gegenlesen, bevor du abschickst.

Checkliste vor dem Abschicken

  • Stimmen Name der Firma, Ansprechperson und Anschrift?
  • Steht im Betreff der richtige Beruf?
  • Passt alles auf eine Seite?
  • Passen Anschreiben und Lebenslauf zusammen, zum Beispiel bei Daten und Schulabschluss?
  • Sind keine gelb markierten Lücken mehr im Dokument?
  • Hat jemand den Text gegengelesen?
  • Hast du das Anschreiben als PDF gespeichert, mit einem klaren Dateinamen wie „Anschreiben_Grace_Mensah.pdf“?

Fertige Beispiele findest du bei den Mustern nach Beruf, zum Beispiel für die Pflegeausbildung oder das Kfz-Handwerk.