Thema: Bewerbung schreiben

Lebenslauf für die Ausbildung: was rein muss und was nicht

Der Lebenslauf zeigt auf einen Blick, was du bisher gemacht hast. Für eine Ausbildung ist er meist eine Seite lang, höchstens zwei. In Deutschland ist er tabellarisch: links die Zeit, rechts was du gemacht hast. Das Neueste steht oben.

Was in den Lebenslauf gehört

Ein Lebenslauf für die Ausbildung hat diese Teile:

  1. Persönliche Daten: Name, Anschrift, Telefon, E-Mail
  2. Schulbildung: deine Schulen und Abschlüsse
  3. Praktische Erfahrung: Praktika, Nebenjobs, Ehrenamt, Freiwilligendienst
  4. Kenntnisse und Interessen: Sprachen, Computer, Führerschein, Hobbys
  5. Ort, Datum und Unterschrift

Persönliche Daten

Pflicht sind dein Name und wie man dich erreicht: Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Nimm eine E-Mail-Adresse mit deinem Namen, keine mit einem Spitznamen.

Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit sind freiwillig. Wenn du dich aus dem Ausland oder mit einem ausländischen Pass bewirbst, kann die Staatsangehörigkeit trotzdem sinnvoll sein: Der Betrieb sieht dann gleich, ob du ein Visum brauchst. Familienstand und Religion musst du nicht angeben.

Schulbildung

Schreib deine Schulen mit Zeitraum, Name, Ort und Abschluss auf, die neueste zuerst. Die Grundschule kannst du weglassen, wenn du danach noch auf einer anderen Schule warst.

Hast du deinen Abschluss noch nicht, schreib, wann du ihn machst: „Mittlerer Schulabschluss, voraussichtlich 06/2027“.

Deutschkurse und Integrationskurse gehören auch hierher, mit dem Namen der Prüfung, zum Beispiel „telc Deutsch B1“ oder „Deutsch-Test für Zuwanderer (B1)“.

Praktika, Jobs und Ehrenamt

Hier steht alles, was du außerhalb der Schule gemacht hast: Schülerpraktika, Ferienjobs, Minijobs, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Ehrenamt. Schreib zu jedem Eintrag kurz, was du dort gemacht hast. „Praktikum im Autohaus“ sagt wenig. „Reifen und Öl wechseln, Bremsen prüfen unter Anleitung“ sagt viel mehr.

Auch Arbeit im Familienbetrieb zählt, wenn du dort regelmäßig mitgearbeitet hast.

Sprachen und Kenntnisse

Gib deine Sprachen mit Niveau an. Für Deutsch und andere Fremdsprachen nutzt du die Stufen A1 bis C2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Deine Muttersprache schreibst du als „Muttersprache“.

  • A1 und A2: Du verstehst einfache Sätze und kannst dich im Alltag verständigen.
  • B1: Du verstehst das Wichtigste, wenn es um vertraute Dinge wie Arbeit, Schule und Freizeit geht, und kannst einfach darüber sprechen.
  • B2: Du kannst dich fließend unterhalten und verstehst auch schwierigere Texte, zum Beispiel aus deinem Fachgebiet.
  • C1 und C2: Du verstehst auch lange, anspruchsvolle Texte und sprichst fast wie in deiner Muttersprache.

Bei Computerkenntnissen nennst du Programme, mit denen du wirklich gearbeitet hast. Weitere Kenntnisse sind zum Beispiel ein Führerschein oder ein Erste-Hilfe-Kurs.

Hobbys: ja oder nein?

Hobbys sind freiwillig, aber oft hilfreich, vor allem wenn du noch wenig Erfahrung im Beruf hast. Gut sind Hobbys, die etwas über dich sagen: Mannschaftssport zeigt Teamgeist, ein Instrument Ausdauer, Basteln an Fahrrädern technisches Interesse. „Freunde treffen“ und „Serien schauen“ lässt du besser weg.

Foto, Datum und Unterschrift

Ein Foto ist freiwillig. Wenn du eines nimmst, dann ein gutes: neutraler Hintergrund, freundlicher Blick, ordentliche Kleidung. Kein Selfie, kein Urlaubsbild.

Unter den Lebenslauf schreibst du Ort und Datum und unterschreibst. Bei einer Bewerbung per E-Mail oder über ein Online-Formular reicht dein Name. Du kannst aber auch eine eingescannte Unterschrift einfügen.

Lücken im Lebenslauf

Gibt es Monate, in denen du weder in der Schule noch bei der Arbeit warst, versuch nicht, sie zu verstecken. Schreib ehrlich, was du gemacht hast, zum Beispiel Deutsch gelernt, jemanden in der Familie gepflegt oder auf ein Visum gewartet. Viele Betriebe haben dafür Verständnis, wenn du es kurz erklärst.

Ausländische Abschlüsse richtig angeben

Schreib deinen Abschluss unter seinem echten Namen, zum Beispiel „Baccalauréat“, „Atestat“ oder „West African Senior School Certificate (WASSCE)“. Wenn es hilft, erklärst du in Klammern, was er bedeutet, zum Beispiel „Abschlusszeugnis nach 11 Schuljahren“.

Schreib keinen deutschen Abschluss hin, den du nicht hast. Wurde dein Abschluss in Deutschland anerkannt, schreib dazu, welchem deutschen Abschluss er entspricht. Mehr dazu liest du im Artikel Ausbildung in Deutschland für Ausländer.

Checkliste

  • Stimmen Telefonnummer und E-Mail-Adresse?
  • Steht bei Schulen und Erfahrung das Neueste oben?
  • Hat jeder Eintrag einen Zeitraum, zum Beispiel „09/2024 – 06/2025“?
  • Passen die Angaben zu deinem Anschreiben?
  • Passt alles auf eine, höchstens zwei Seiten?
  • Hast du den Lebenslauf als PDF gespeichert, mit deinem Namen im Dateinamen?

Wie ein fertiger Lebenslauf für deinen Beruf aussieht, zeigen die Muster nach Beruf.